Neugeborene können regelmäßig (zwei- bis dreimal pro Woche) gebadet werden, sobald die Nabelschnur vollständig abgefallen ist. In der Regel geschieht das 4 bis 14 Tage nach der Entbindung.
Während des fünf- bis zehnminütigen Bades sollte die Raumtemperatur über 22°C, die Wassertemperatur bei 37 bis maximal 38°C liegen. Die Beigabe eines milden Badezusatzes für Babies und Säuglinge ist zu empfehlen, da sich dies in Studien als positiv für die Baby-Haut erwiesen hat. Wichtig: Lassen Sie Ihr Kind während es im Wasser ist nicht alleine, auch nicht in Anwesenheit von Geschwistern!
Nach dem Bad sollte der Säugling möglichst schnell mit einem weichen Handtuch abgetrocknet werden, damit es nicht zu einer Auskühlung kommen kann. Dabei ist Abtupfen als sanftere Methode dem Abreiben vorzuziehen. Anschließend sollten Sie Ihr Kind eincremen, da dies die natürliche Barrierefunktion der Haut stärkt.
Die Still- oder Flaschenzeit ist ungefähr vier bis sechs Monate nach der Geburt vorüber. Der Bedarf an Nährstoffen kann dann nicht mehr mit Milch gedeckt werden und es geht mit der sogenannten "Beikost" los.
Nach dem ersten halben Lebensjahr bildet sich das reflexhafte Saugen und Schlucken zurück, da sich der Körper beginnt auf feste Nahrung einzustellen. Ab sogfort ersetzt jeden neuen Monat eine Mahlzeit aus Brei die bis dahin gängigen Milchgaben. Die neue Essensphase beginnt mit einem Brei aus Gemüse, Kartoffeln und Fleisch. Diesem folgt ein weiterer aus Milch und Getreide sowie schließlich ein Brei bestehend aus Getreide und Obst.
Sie können nun beobachten, wie zunehmend Kaubewegungen einsetzen, so dass der Säugling bald auch etwas gröbere Nahrungsstrukturen zu sich nehmen kann.
Optimale Zusammensetzung der Beikost
In der ersten Phase, spätestens nach dem siebten Lebensmonat, benötigt das Kind vor allem Eisen, das für das Wachstum des/der Kleinen wichtig ist. Daher ist die Beigabe von tierischen Lebensmitteln, die eine bessere Verwertung von Eisen erlauben, besonders sinnvoll. Darüber hinaus liefert der in dieser Phase gereichte Gemüse-Kartoffel-Fleisch-Brei auch die benötigten Vitamine.
Karotten sind ein guter Einstieg für den Säugling in die für ihn neue Welt des Gemüses. Weitere geeignte Sorten sind Brokkoli, Blumenkohl, Pastinaken und Zucchini. Rapsöl eignet sich sehr gut als nahrhafter Fettzusatz.
In der zweiten Phase steht dann die Calciumversorgung im Mittelpunkt. Die Vitamin-C-Versorgung während der Milch-Getreide-Phase kann am besten durch den Zusatz von Obstsäften gewährleistet werden. Als Getreide eignen sich die sehr eisenreichen Haferflocken.
In der dritten Phase (Obst und Getreide) sollten Sie darauf achten, diesen ohne Milch zu bereiten, da sich diese negativ auf die Eisenverwertung auswirkt. Auch hier ist wieder eine Rapsöl-Zugabe sinnvoll.
Außer den übrigen Milchgaben und der neuen Beikost benötigt Ihr Kind ungefähr 200ml Wasser täglich. Leitungs- und Mineralwasser oder ungesüßter Tee bietet sich hierfür an.
Fertigprodukte sind besser als mancher denkt
Beikost selbst zuzubereiten erscheint vielen gefühlsmäßig angemessener und gesünder als Fertignahrung für den Säugling. Doch Vorsicht: die Jodversorgung ist bei eigener Zubereitung selten ausreichend.
Anders die jodangereicherten Fertigprodukte, die den Empfehlungen der Experten folgen. Fisch erweist sich als guter Jodlieferant. Und noch etwas spricht für die industriell hergestellte Babykost. Sehr strenge Vorschriften sorgen dafür, dass faktisch keinerlei Giftstoffe in der Beikost enthalten sind. Allerdings werden auch "normale" Lebensmittel so gut überwacht, dass sie für die eigene Zubereitung der Säuglings-Mahlzeiten durchaus geeignet sind.
Dagegen enthalten Fertigprodukte erfahrungsgemäß einen (zu) niedrigen Fettgehalt, der sich in aller Regel unterhalb der Expertenempfehlung bewegt.
Wann von der Beikost auf normales Essen wechseln?
Die Beikost endet ungefähr mit Vollendung des ersten Lebensjahres, wenn das Kind selbständig zu essen und zu trinken beginnt. Dann heißt es, das Kind langsam an die normalen Nahrungsmittel des Alltags heran zu führen.
Weitere Informationen finden Sie auf der Website des Dortmunder Forschungsinstituts für Kinderernährung www.fke-do.de.
Ständiger ohrenbetäubender Lärm kann die Belastbarkeit liebender Eltern auf eine harte Probe stellen. Doch wieviel Schreien ist noch normal und wieviel nicht? Und was kann man dagegen tun?
Babys schreien nunmal viel, damit haben Eltern sich seit jeher abgefunden. Es gibt jedoch auch „Härtefälle“, die sogenannten Schreibabys:
Mindestens drei Stunden am Tag, für mindestens drei Tage der Woche drei Monate lang. So lange muss ein Säugling weinen und brüllen, um der Definition des „Schreibabys“ zu entsprechen.
Eltern sollten sich dann unbedingt ärtzliche Hilfe suchen, denn auch wenn man sein Kind noch so sehr liebt, liegen die Nerven doch irgendwann blank.
Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass die Ursachen und Einflussfaktoren des sogenannten exzessiven Schreiens bis heute nicht eindeutig geklärt sind.
Als erstes muss nach Krankheiten oder Unverträglichkeiten gesucht werden, schließlich kommuniziert das Kind durch sein Schreien und will vielleicht auf diese Weise seine Schmerzen mitteilen. Körperliche Ursachen kann es viele geben, beispielsweise Mittelohrentzündung, Harnwegsinfekte, Verstopfung, Koliken oder Laktoseintoleranz. All dies kann effektiv behandelt werden und zur Erleichterung der Familiensituation beitragen.
Liegen keine körperlichen Ursachen vor oder sollte die Behandlung das Problem nicht gelöst haben, wird den Eltern empfohlen, sich Unterstützung im Kreise der Verwandten oder bei Tagesmüttern zu suchen. Sie sollten dabei keinesfalls das Gefühl entwickeln, ihr Kind loswerden zu wollen. In Extremsituationen ist es wichtig, sich Ruhepausen zu erlauben, denn die Entlastung der Eltern kann sich positiv, also beruhigend, auf das Kind auswirken. Ebenfalls hilfreich ist ein 24-Stunden-Protokoll des Tagesablaufes. Auf diese Weise können die Schrei-Schlaf- und Fütterphasen des Babys erfasst- und mögliche Reizüberflutungen erkannt werden.
Einige Experten empfehlen außerdem den Einsatz eines Tragetuchs. Allerdings müssen Eltern diese in Ruhephasen des Kindes und regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg verwenden. Im besten Fall dient das Tuch als häufiger Ersatz für den Kinderwagen.
Während der Schreiphase kann es hilfreich sein, das Baby in einer Hängematte zu wiegen oder gemeinsam mit ihm auf einem Gymnastikball zu wippen.
Auch diese Beruhigungsstrategien müssen allerdings regelmäßig angewendet werden, sonst werden sie ihre Wirkung verfehlen.
In jedem Fall sollten gemeinsam mit einem Arzt Lösungsansätze entwickelt werden, denn Eltern sollten trotz Stress und Schlafmangel die erste gemeinsame Zeit mit ihrem „kleinen Schreihals“ genießen dürfen.
Rotaviren sind äußerst widerstandfähige Erreger von Magen-Darmerkrankungen, von denen vor allem Kinder betroffen sind, da Jugendliche und Erwachsene kaum oder nur wenig Symptome der Krankheit spüren. Jedes Kind infiziert sich bis zum fünften Lebensjahr mindenstens einmal mit dem Rotavirus, in Deutschland gibt es pro Jahr 400.000 bis 500.000 kleine Patienten. Über 20.000 der Fälle sind so ernst, dass ein Krankenhausaufenthalt unvermeidlich wird.
Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre sind sowohl am häuftigsten als auch stärksten von dem Darminfekt betroffen, denn bei ihnen gestaltet sich der Krankheitsverlauf oft als besonders schwer. Es kann zu Fieber, schwerem Durchfall und Erbrechen kommen, damit einher gehen der Verlust von viel Flüssigkeit und Körpersalzen.
Sollten Eltern erste Anzeichen wie beispielsweise Durchfall bemerken, wird dringend zu einem Arztbesuch geraten. Ist der Durchfall blutig , wirkt das Kind teilnahmslos, weint es, ohne Tränen zu vergießen oder ist die Fontanelle leicht eingesunken (Grübchen oberhalb der Stirn) muss umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden. Kitas oder Krabbelgruppen sollten tabu sein sobald Symptome auftreten, denn ansonsten bestünde hohe Ansteckungsgefahr für andere Kinder.
Da Rotaviren zähe Überlebenskünstler sind, kann man sich mit Hygiene allein nicht ausreichend vor ihnen schützen, daher ist Eltern anzuraten ihr Neugeborenes impfen zu lassen. Die Rotavirus-Schluckimpfung ist gut verträglich und kann gleichzeitig mit anderen Impfungen durchgeführt werden. Der kleine Patient sollte die erste Dosis so früh wie möglich – mit etwa sechs Wochen - erhalten und die Serie bis zum Alter von 24-26 Wochen abschließen. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen bereits die Impfkosten, jedoch empfiehlt es sich, vor dem Arzttermin bei der Versicherung nachzufragen. Die Deutsche Akademie für Kinder und Jugendmedizin e.V. (DAKJ) fordert bereits seit 5 Jahren eine generelle Rotavirus-Impfung für Säuglinge, eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) existiert bisher nicht. In anderen Ländern wie USA, Belgien, Österreich, Luxemburg und Finnland ist die Rotavirus-Impfung längst Standard.
Es ist der größte Albtraum im Leben junger Eltern: Ihr Baby stirbt im Schlaf, ohne erkennbaren Grund. Dieses ebenso gefürchtete wie rätselhafte Phänomen nennt sich „Plötzlicher Säuglingstod“ (Sudden Infant Death, kurz SID) und tritt am häufigsten zwischen dem zweiten und vierten Lebensmonat auf, das Risiko besteht jedoch bis zum ersten Lebensjahr. SID gilt in Deutschland als die Ursache der meisten Todesfälle bei Säuglingen.
Neueste Untersuchungen haben jedoch ergeben, dass Eltern mit einfachen Mitteln viel tun können, um das SID-Risiko zu minimieren: Während der Schwangerschaft und Stillzeit sollten werdende Mütter unbedingt auf Nikotin und Alkohol verzichten. Ebenso wichtig ist, dass Eltern nach der Geburt ein rauchfreies Umfeld für ihr Baby schaffen, gleiches gilt auch für Verwandte und Bekannte der Familie. Ein weiterer Faktor zur Risikominimierung von SID sind die richtigen Schlafgewohnheiten des Babys, welche Eltern leicht steuern können:
Die Rückenlage ist am sichersten für Ihr Kind, deshalb sollten Sie es stets auf den Rücken und nie seitlich oder auf den Bauch legen. Achten Sie außerdem darauf, dass das Baby während des Schlafes zwar ausreichend gewärmt ist, aber nicht schwitzt. Deshalb sollten Sie einen Baby-Schlafsack und keine losen Decken für das Kinderbett verwenden und regelmäßig lüften. Ebenso wichtig für das Bettchen ist eine feste Matratze. Weiche Unterlagen wie Kopfkissen oder Fellunterlagen mögen zwar gemütlich erscheinen, sind hier aber fehl am Platz.
Ihr Baby braucht im ersten Lebensjahr besonders viel Kontakt zu Ihnen, um sich geborgen zu fühlen. Deshalb sollten das Kinderbett in Ihrem Schlafzimmer stehen. Ein separates Zimmer plus Babyphone mag in vieler Hinsicht komfortabler erscheinen, ist aber nicht Ideal für den „Wohlfühlfaktor“ Ihres Kindes. Zum Schluss ein fast selbstverständlicher aber nicht minder wichtiger Tipp: Stillen Sie Ihr Baby und schenken Sie ihm möglichst viel Körperkontakt. Beides ist sehr wichtig für Wohlbefinden und Entwicklung Ihres kleinen Sprösslings.
Zusammenfassend wurde die 3-R-Regel für das erste Lebensjahr forumliert:
- Rückenlage
- Richtiges Babybett
- Rauchfrei
Weitere Informationen: www.babyschlaf.saarland.de
Eine werdende Mutter möchte alles tun, damit ihr Kind gesund zur Welt kommt. Verhaltensmythen über...
Frühling und Sommer bieten jede Menge Vorzüge gegenüber der kalten Jahreszeit. Endlich wieder die...