28.08.2011

Wenn das Baby nicht mehr aufhört zu schreien

Von: isa
Bei manchen Babies geht das Schreien über das normale Maß hinaus (Foto: (c) Alexandra H., <a href="http://www.pixelio.de" target="blank">www.pixelio.de</a>)

Bei manchen Babies geht das Schreien über das normale Maß hinaus (Foto: (c) Alexandra H., www.pixelio.de)

Ständiger ohrenbetäubender Lärm kann die Belastbarkeit liebender Eltern auf eine harte Probe stellen. Doch wieviel Schreien ist noch normal und wieviel nicht? Und was kann man dagegen tun?

Babys schreien nunmal viel, damit haben sich Eltern seit jeher abgefunden. Es gibt jedoch auch „Härtefälle“, die sogenannten Schreibabies. Mindestens drei Stunden am Tag, für mindestens drei Tage der Woche, drei Monate lang. So lange muss ein Säugling weinen und brüllen, um der Definition eines „Schreibabys“ zu entsprechen.

Eltern sollten sich dann unbedingt ärtzliche Hilfe suchen, denn auch wenn man sein Kind noch so sehr liebt, liegen die Nerven doch irgendwann blank. Problematisch ist allerdings die Tatsache, dass die Ursachen und Einflussfaktoren des sogenannten exzessiven Schreiens bis heute nicht eindeutig geklärt sind.

Als erstes muss nach Krankheiten oder Unverträglichkeiten gesucht werden, schließlich kommuniziert das Kind durch sein Schreien und will vielleicht auf diese Weise seine Schmerzen mitteilen. Körperliche Ursachen kann es viele geben, beispielsweise Mittelohrentzündung, Harnwegsinfekte, Verstopfung, Koliken oder Laktoseintoleranz. All dies kann effektiv behandelt werden und zur Erleichterung der Familiensituation beitragen.

Liegen keine körperlichen Ursachen vor oder sollte die Behandlung das Problem nicht gelöst haben, wird den Eltern empfohlen, sich Unterstützung im Kreise der Verwandten oder bei Tagesmüttern zu suchen. Sie sollten dabei keinesfalls das Gefühl entwickeln, ihr Kind loswerden zu wollen. In Extremsituationen ist es wichtig, sich Ruhepausen zu erlauben, denn die Entlastung der Eltern kann sich positiv, also beruhigend auf das Kind auswirken. Ebenfalls hilfreich ist ein 24-Stunden-Protokoll des Tagesablaufes. Auf diese Weise können die Schrei-Schlaf- und Fütterphasen des Babys erfasst- und mögliche Reizüberflutungen erkannt werden. Einige Experten empfehlen außerdem den Einsatz eines Tragetuchs. Allerdings müssen Eltern diese in Ruhephasen des Kindes und regelmäßig über einen längeren Zeitraum hinweg verwenden. Im besten Fall dient das Tuch als häufiger Ersatz für den Kinderwagen.

Während der Schreiphase kann es hilfreich sein, das Baby in einer Hängematte zu wiegen oder gemeinsam mit ihm auf einem Gymnastikball zu wippen. Auch diese Beruhigungsstrategien müssen allerdings regelmäßig angewendet werden, sonst werden sie ihre Wirkung verfehlen. In jedem Fall sollten gemeinsam mit einem Arzt Lösungsansätze entwickelt werden, denn Eltern sollten trotz Stress und Schlafmangel die erste gemeinsame Zeit mit ihrem „kleinen Schreihals“ genießen dürfen.


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