
Gegen das Rotavirus hilft eine Schluckimpfung (Foto: (c) S. Hofschläger, www.pixelio.de)
Rotaviren sind äußerst widerstandfähige Erreger von Magen-Darmerkrankungen, von denen vor allem Kinder betroffen sind, da Jugendliche und Erwachsene kaum oder nur wenig Symptome der Krankheit spüren. Jedes Kind infiziert sich bis zum fünften Lebensjahr mindenstens einmal mit dem Rotavirus, in Deutschland gibt es pro Jahr 400.000 bis 500.000 kleine Patienten. Über 20.000 der Fälle sind so ernst, dass ein Krankenhausaufenthalt unvermeidlich wird.
Säuglinge und Kleinkinder bis 2 Jahre sind sowohl am häuftigsten als auch stärksten von dem Darminfekt betroffen, denn bei ihnen gestaltet sich der Krankheitsverlauf oft als besonders schwer. Es kann zu Fieber, schwerem Durchfall und Erbrechen kommen, damit einher gehen der Verlust von viel Flüssigkeit und Körpersalzen.
Sollten Eltern erste Anzeichen wie beispielsweise Durchfall bemerken, wird dringend zu einem Arztbesuch geraten. Ist der Durchfall blutig , wirkt das Kind teilnahmslos, weint es, ohne Tränen zu vergießen oder ist die Fontanelle leicht eingesunken (Grübchen oberhalb der Stirn) muss umgehend ein Krankenhaus aufgesucht werden. Kitas oder Krabbelgruppen sollten tabu sein sobald Symptome auftreten, denn ansonsten bestünde hohe Ansteckungsgefahr für andere Kinder.
Da Rotaviren zähe Überlebenskünstler sind, kann man sich mit Hygiene allein nicht ausreichend vor ihnen schützen, daher ist Eltern anzuraten ihr Neugeborenes impfen zu lassen. Die Rotavirus-Schluckimpfung ist gut verträglich und kann gleichzeitig mit anderen Impfungen durchgeführt werden.
Der kleine Patient sollte die erste Dosis so früh wie möglich – mit etwa sechs Wochen - erhalten und die Serie bis zum Alter von 24-26 Wochen abschließen. Viele gesetzliche Krankenkassen übernehmen bereits die Impfkosten, jedoch empfiehlt es sich, vor dem Arzttermin bei der Versicherung nachzufragen. Die Deutsche Akademie für Kinder und Jugendmedizin e.V. (DAKJ) fordert bereits seit 5 Jahren eine generelle Rotavirus-Impfung für Säuglinge, eine allgemeine Empfehlung der Ständigen Impfkommission (STIKO) existiert bisher nicht. In anderen Ländern wie USA, Belgien, Österreich, Luxemburg und Finnland ist die Rotavirus-Impfung längst Standard.
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