
Beim Spielen verbreiten sich Läuse leicht von Kopf zu Kopf (Foto: (c) eryspel, www.pixelio.de)
Die Kopflaus (Pediculus humanus capitis) ernährt sich ausschließlich von menschlichem Blut. Am häufigsten befällt der lästige Parasit Kinder, denn auf dem Spielplatz, in der Grundschule oder im Kindergarten herrscht ein engerer Körper- und damit auch Kopfkontakt als unter Erwachsenen. Die Läuse, besser gesagt die befruchteten Lausweibchen, springen dann von einem Kopf zum nächsten und legen dort ihre Eier (Nissen) ab. Auf diese Weise können sich die „Biester“ schnell vermehren und werden zur Plage. Doch bei all der Juckerei gibt es auch eine gute Nachricht: Die Kopflaus ist ungefährlich, sie überträgt in der Regel keinerlei Krankheiten (im Gegensatz zu ihrer engen Verwandten, der Kleiderlaus, die heutzutage allerdings äußerst selten ist). Dennoch ist der Blutsauger natürlich sehr lästig und schwer wieder loszuwerden. Für welches Anti-Laus-Präparat Sie sich auch immer entscheiden, die wichtigste Regel zur Vernichtung der Parasiten lautet: Systematische Mehrfachbehandlung über einen längeren Zeitraum! Der befallene Kopf sollte dabei über zwei bis drei Wochen behandelt und anschließend immer wieder nass ausgekämmt werden. Denn häufig werden durch eine einzelne Behandlung nicht alle Eier abgetötet und es schlüpfen wieder neue Larven. Die Methode der Mehrfachbehandlung wird vom Robert-Koch-Institut empfohlen. Nähere Informationen dazu erhalten Sie unter „www.rki.de“, „Infektionskrankheiten A-Z“, „Kopflausbefall“.
Alle Personen, die mit dem parasitengeplagten Patienten in näherem Kontakt stehen, müssen natürlich gründlich auf Nissen untersucht werden. Dabei sollten Haare, Kopfhaut, Schläfen, Nacken und die Hinterseite der Ohren gründlich mit Kamm und Lupe durchforstet werden. Werden dabei keine Eier gefunden, muss auch keine prophylaktische Therapie erfolgen. Bruder oder Schwester eines befallenen Kindes jedoch sollten in jedem Fall mitbehandelt werden, da sie in der Regel in ständigem engen Kontakt zueinander stehen und höchstwahrscheinlich infiziert sind.
Das Vorurteil, Läusebefall sei die Folge mangelnder Hygiene, ist übrigens nicht haltbar. Deshalb muss sich auch niemand schämen, den die Laus „erwischt“ hat. Lassen Sie sich von Ihrem Arzt ein wirksames Präparat empfehlen und befolgen Sie die Methode der Mehrfachbehandlung. Dann werden die kleinen Tyrannen auch bald wieder verschwunden sein!
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